Tja, gute Frage. Und eine knifflige noch dazu. Denn wann braucht man eigentlich einen Eiweißshake? Proteine sind die Hauptbausteine unserer Muskeln und damit sehr wichtig für Sportler, die ihrem Körper viel abverlangen. Proteine unterstützen nicht nur die schnelle Erholung der Muskeln nach dem Training, sondern tragen auch zum Erhalt der Muskelmasse bei.
Unter Sportlern, die im Fitnessstudio hart für den Aufbau großer Muskeln arbeiten, scheint es eher die Regel als die Ausnahme zu sein, vor oder nach dem Training einen Eiweißshake zu trinken. Schließlich sind Proteine gut für die Erholung und den Aufbau der Muskeln. Ein Shake ist eine einfache und relativ kostengünstige Möglichkeit für Sportler, Eiweiß zu sich zu nehmen. Er ist eine gebrauchsfertige Proteinquelle.
Normale Ernährung
Auch Radsportler brauchen Nährstoffe, um sich zu erholen. Ein Eiweißshake kann dabei helfen. Für mich als Radsportler ist ein Eiweißshake jedoch kein fester Bestandteil meiner (sportlichen) Ernährung. Ich wähle die Momente, in denen ich einen Shake zu mir nehme, wenn ich ihn wirklich brauche. Diese Momente sind vor allem die mehrtägigen, intensiven Veranstaltungen wie der Giro di KiKa und die Tour for Life. Da fährt man im Schnitt 175 Kilometer und 3.000 Höhenmeter pro Tag. Da kann der Körper zusätzliches Eiweiß gut gebrauchen.
Ich denke, dass ein optimales Muskelwachstum und eine optimale Regeneration auch durch eine normale Ernährung erreicht werden können, abgesehen von den intensiven Phasen. Deshalb beziehe ich mein Eiweiß hauptsächlich aus Milchprodukten, Fleisch, Fisch und Eiern. Ich bin auch kein Spitzensportler, der jeden Tag mehrmals trainiert. Zwei- bis dreimal pro Woche ist für mich das Maximum, vor allem im Winter.

Bewusst mit Proteinen umgehen
Aber wie gesagt, ich bin mir dessen sehr bewusst. Während des Giro di KiKa habe ich jeden Tag direkt nach dem Zieleinlauf den Amacx Recovery Drink verwendet. Formal handelt es sich dabei nicht um einen Eiweißshake, da er mehr Kohlenhydrate als Eiweiß enthält. Dennoch hat er mir gute Dienste geleistet, da er für einen Ausdauersportler ein ausgewogenes Verhältnis von Kohlenhydraten und Eiweiß aufweist. Ich war während des Wettkampfs super fit und habe mich jede Nacht mehr als erholt.
Im März 2018 habe ich den Race-Based Leadership Course auf Gran Canaria besucht. Ein wichtiger Teil davon waren Testfahrten mit dem Rennrad auf der Insel des ewigen Frühlings. Der Radsport birgt wichtige Führungserkenntnisse, die die Teilnehmer auf den Radtouren mit Übungen und Reflexionsfragen testen. Pro Tag legt man zwischen 50 und 100 Kilometer zurück, was einem viel Energie abverlangt, aber im Vergleich zu den Anstrengungen beim Giro di KiKa oder der Tour for Life deutlich weniger. Nach jeder Fahrt habe ich eine Dose Schokoladenmilch und zwei hartgekochte Eier zu mir genommen. In meinen Augen genug, damit sich der Körper erholen kann. Der Nachteil von Schokomilch, selbst der fettarmen Variante, ist jedoch, dass sie für die gleiche Menge an Eiweiß etwas mehr Zucker enthält als manche Eiweißshakes.
An die persönlichen Bedürfnisse anpassen
Kurz gesagt, achten Sie als Durchschnittssportler zunächst auf eine normale Ernährung, bei der Sie ausreichend Eiweiß zu sich nehmen. Wenn Sie anfangen, über einen längeren Zeitraum täglich sehr intensiv zu trainieren, kann ein Eiweißshake oder ein Erholungsgetränk eine willkommene Ergänzung zur Erholung oder zum Muskelaufbau sein.
Die Verwendung von Sporternährung ist individuell. Das gilt auch für Eiweißshakes und Erholungsgetränke. Probieren Sie also immer vorher aus, welcher Shake oder welches Getränk für Sie am besten geeignet ist. Und nicht erst, wenn Sie schon auf der Strecke sind. Es wäre undenkbar, dass Sie feststellen, dass Ihr Körper das Produkt nicht verträgt. Probieren Sie es in den Trainingseinheiten vor einem Wettkampf aus. Dann wird es keine Überraschungen geben.